Die Selfness-Welle rollt

Aktiv sein, sich Gutes tun und gesund genießen, das ist die neue Lebensart. Der Selfness-Trend löst immer mehr den weltweiten Wellness-Trend ab, der sich aus der Sehnsucht des Menschen nach Entspannung und Genuss, Geborgenheit und Nähe entwickelt hat. Selfness bedeutet noch mehr: neben dem Wunsch nach körperlicher Entspannung und Wohlbefinden werden Geist und Seele mit eingebunden.

Selfness ist der Ruf nach mehr Kompetenz, das eigene Leben in den Griff zu bekommen, das Bedürfnis nach Harmonie und Wohlbefinden, nach der Balance von Körper und Geist.

Selfness ist gekennzeichnet durch vier grundlegende Kompetenzen:

  • Die körperliche Kompetenz steht für die Fähigkeit des Menschen, die Verantwortung für sich und seinen Körper zu übernehmen, das heißt, sich gesund zu ernähren, Sport zu treiben und fit zu bleiben.
  • Die emotionale Kompetenz beschreibt die Fähigkeit des Menschen, im Einklang mit seinem Umfeld zu leben, dieses zu pflegen und für sich zu nutzen. Dazu gehören die Balance zwischen Arbeit und Leben und der Umgang mit Partnerschaft, Beruf und Familie.
  • Die biografische Wachstumskompetenz definiert die Fähigkeit, in komplexen Lebenssituationen oder Krisen selbstverantwortliche Entscheidungen zu treffen. Grundlage dafür ist die Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit.
  • Die Reifungskompetenz steht für die Fähigkeit des Menschen, lebenslang zu lernen und seinen Horizont zu erweitern. Der daraus resultierende Erfahrungsgewinn wird für den persönlichen Lebensweg genutzt.

Die Selfness-Welle rollt. Life-Coaches, biographische Therapeuten und „Lebensgestalter“ haben Hochkonjunktur. Sie stehen den Menschen bei Fragen der Selbstverbesserung und im Krisenmanagement zur Verfügung. Seinen Urlaub kann man in Selfness-Hotels verbringen, und Reiseveranstalter bieten zum Beispiel Selfness-Travelling an, also Reisen, die vor allem der Selbsterfahrung dienen.

Der Selfness-Trend rollt auch auf dem Gesundheitsmarkt. Inzwischen wird nicht länger ausschließlich der Staat in die Pflicht genommen, sich um die Gesundheit seiner Bürger zu sorgen. Immer mehr Menschen sind bereit, für Gesundheit und Wohlbefinden Geld auszugeben, unabhängig von ihrem Einkommen. Sie sind bereit, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Vorbeugen ist besser als heilen, will man doch auch im hohen Alter noch vital und fit sein.

Das Streben nach Gesundheit wird alle Branchen und Märkte weiter verändern. Gestiegen ist der Anspruch, sich ständig zu informieren und alles kritisch zu hinterfragen. Durch die hohe Vernetzung der Verbraucher kann es bei Fehlinformationen zu einem nachhaltigen Vertrauensverlust kommen. Außerdem will der Kunde nicht belehrt werden, da sein Informationslevel häufig dem des Anbieters entspricht.

Fakt ist, dass es keine klaren Grenzen mehr gibt zwischen Fitness-, Gesundheits-, Food-; Wellness-; Outdoor-, Kosmetik- und Pharmaziebranche. Einst klar abgesteckte Branchen verschmelzen zu neuen, sogenannten „Cross-Markets“. Ungewöhnliche Kooperationen können die Folge sein. So lässt beispielsweise das Bedürfnis nach körperlicher Beweglichkeit und Fitness die Fahrradbranche boomen

Fazit: Wohlfühlen und Gesundheit werden immer mehr zum Konsumgut. Aus dem einstigen Patienten ist ein selbstbewusster Kunde geworden, der Gesundheit lustvoll konsumiert.